Beobachtungen zu High-Heels - Frausein im Wandel

Dieses Thema ist manchmal schwierig, so habe ich schon mehrfach feststellen können, denn Frauen mögen diese Schuhe oft sehr und behaupten, dass SIE sie eben gern tragen, ganz unabhängig von den männlichen Reaktionen. Für diese Frauen ist dieser Text nicht gedacht, so dass sie getrost aufhören können zu lesen. Die Idee, dass sogenannte High-Heels elegant und unentbehrlich für die moderne Frau sind, ist kollektiv weit verbreitet und niemand denkt mehr darüber nach, WOHER dieser Trend eigentlich kommt. Männer wie Frauen sammeln oder stehen auf High-Heels, weil sie als schick gelten und eine Wirkung erzielen, die gewollt und als unverzichtbar empfunden wird.

 

Für mich sind sie ein Symbol, welches sich bei näherem Hinsehen als heikel offenbart und Anlass dazu gibt, vielleicht einmal näher hinzuschauen. In Zeiten, in denen alles sehr plakativ abgehandelt wird und die Frau, beispielsweise in der Werbung, noch immer als Objekt betrachtet wird, kann es helfen, einmal die Ursache für die Verwendung solcher Fußbekleidungen zu betrachten. Gut gehen kann man darin zumeist nicht und als gesund sind sie ebenfalls nicht zu bezeichnen.

Hilflose Frauen als Männerideal
In China wurde jahrhundertelang kleinen Mädchen die Füße gewickelt, nachdem die Zehen vorher gebrochen oder nach unten gebogen und  durch enges Einbinden in eine bestimmte Haltung gezwängt wurden. Eine grausame Tradition, mittlerweile verboten, entstanden schon vor vielen hundert Jahren im chinesischen Bürgertum, um die reichen Frauen nachzuahmen, die es sich leisten konnten im Nichtstun zu verweilen, als ständig verfügbare „Konkubine“ für den Ehemann. Es wurde von Männern als begehrenswert empfunden, wenn die Füße einer Frau klein bis winzig waren, was mit einem trippelnden und wankenden Gang  einherging. Es galt als Statussymbol,  im patriarchal regierten China, eine Frau mit solch kleinen „Lotosblüten-Füßen“ zu besitzen. Wer diese Fußform als Frau nicht aufweisen konnte, hatte schlechtere bis gar keine Chancen, einen standesgemäßen Ehemann zu bekommen. Mittlerweile wurde das Füße-Binden in China verboten, es gibt aber noch heute  viele Frauen dort, die mit diesen misshandelten Füßen mühsam durch ihr Leben tippeln, unfähig länger zu gehen. Viele kleine Mädchen starben an dieser Prozedur, weil die Füße sich entzündeten und abstarben. Hier eine Beschreibung dieser Prozedur in dem Beitrag „Der Tag der Lilie“.   

 

Hier sieht man im ersten Bild ganz links die Knochen von solch einem missgebildeten Lotus-Fuß (rechts), verglichen mit einem normal entwickelten Fußknochen (links). Daneben im mittigen Bild die durch Einbinden entstandene Fuß-Form unbekleidet und rechts bekleidet mit Spezialschühchen.

 

Oben sieht man unsere herkömmlichen High-Heels und daneben weitere Kreationen. Vergleicht man die Form der Schuhe mit den missgebildeten Füßen und Fußknochen auf den oberen Bildern, ist die Übereinstimmung der Formen sofort ersichtlich.

 

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass unsere heutigen „Stöckelschuhe“ (modern: High-Heels) wohl den gleichen Effekt erzielen sollen wie die Lotusfüße der Chinesen, nämlich die Frau als Objekt degradieren, das allzeit bereit ist und nicht weglaufen kann (und will) und sich ihrem Mann artig unterwirft. So sehr unterscheiden wir uns also NICHT, in dem von Männern bevorzugten Schönheitsideal der Chinesen und von den martialischen Traditionen des Füßebindens. Bei uns wird das Ganze nur weniger zwanghaft praktiziert, denn die Frauen unterwerfen sich  freiwillig dieser Mode.

 

Was hat das Ganze mit Ethik im Alltag zu tun, könnte man jetzt fragen?

Wenn man sich als Frau gleichgestellt in der Gesellschaft mit dem männlichen Part sehen möchte und dieses Ideal  als erstrebenswert erachtet, ist es zumindest sinnvoll sich dessen bewusst zu sein, welches Symbol man da nach außen trägt, denn ausgehend von dieser Symbolik, wird man am Ende auch (unbewusst) behandelt von der Mitwelt.  Auf einen reflektierten, authentischen  Menschen kann es manipulativ wirken, wenn beispielsweise eine Business-Frau mit High-Heels durch sexuelle Reize auf sich aufmerksam macht. Manipulation ist bei uns noch sehr weit verbreitet, ob in Partnerschaften, im Berufsleben oder in der Ehe. Es stellt sich die Frage, ob man dies weiterhin so handhaben möchte, oder ob man als Frau neue Wege geht. Es wurde vergessen wofür dieses Symbol ursprünglich steht, denn es reduziert die Frauen nicht allein auf ihre körperliche Attraktivität, es lässt auch völlig außer Acht, dass andere Werte wie Mitgefühl, Tatkraft, Stärke, Fröhlichkeit, Weisheit, Eigenständigkeit, Selbstbewusstsein, Mut oder Gelassenheit wichtiger sind.

 

Die Symbolik der High-Heels, in diesem Artikel als Thema aufgegriffen, zeigt ja nur die Spitze vom Eisberg einer oberflächlichen Schönheits- Fokussierung, die mittlerweile schon auf die Männer übergreift. Die wachsende Anzahl der Operationen um attraktiver zu erscheinen zeugen davon. Äußerlichkeiten werden zur Maxime für Glück und Zufriedenheit, können diesen Anspruch aber niemals erfüllen. Sinnsuche kann sich niemals auf körperliche Attribute konzentrieren, denn der Sinn des Lebens liegt in einem geistigen Aspekt verborgen, der sich im Außen zeigt durch Authentizität,  inneres Gewahrsein und Liebe zur Schöpfung.

 

Die Dauer von Beziehungen

Sexuelle Attraktion hält laut wissenschaftlichen Forschungen ca. 2 Jahre an. Eine Beziehung, die allein auf diesen Attributen aufgebaut wurde, wird sich also, wie heutzutage oftmals üblich, nach dieser Zeit wieder erledigt haben. Wer mit dieser Art Symbolik auf Partnerschaftssuche geht, oder Aufmerksamkeit erhalten möchte, für den könnte es schwierig werden, lange währende Beziehungen zu erhalten, die auf liebevoller Zuwendung beruhen. Grundsätzlich gilt immer das wahre Motiv als entscheidend, warum zwei Partner zusammen kommen, dies gilt ebenso für die Dauer der Beziehung. Wollen beide gern gemeinsam Kinder haben, wird die Ehe auseinanderdriften wenn die Kinder aus dem Haus gehen. Starten Partner gemeinsam eine Karriere, wird sie enden mit dem Ende des Projekts oder Geschäfts. Wird eine Beziehung allein aus finanziellen Beweggründen heraus geschlossen, endet die Beziehung, wenn finanzielle Engpässe ersichtlich sind. Oftmals sind die wahren Beweggründe für das Eingehen einer Beziehung verdeckt, aber vielleicht kann man sie demnächst vorab oder im Nachhhinein ergründen?  

 

Bedenklich und sehr schade ist dabei, dass auch die Männer in solchen Beziehungen, in denen der  Fokus auf körperliche Attraktion gehalten wird, niemals wirklich zu sich selbst finden können. Denn solange diese oberflächlichen Beurteilungen vorrangig sind, werden die Partner oder Freunde (unbewusst) miteinander interagieren und in ihren Mustern gefangen bleiben.