Bericht über einen Besuch beim Heldenmarkt in Hamburg

Neues vom Heldenmarkt

In diesem futuristisch anmutenden Gebäude, dem Cruise-Center in Hamburg, fand die Heldenmarkt-Messe vom 4.-5. März 2017 statt. Das Gebäude ist recht imposant, allerdings empfand ich die Ausstellungshalle als recht klein, ich hatte mit mehr Ständen gerechnet, es gab lediglich eine (übersichtliche, ca. 300m² große) gefüllte Halle. Deshalb hatte man manchmal den Eindruck von Enge, weil sich viele Besucher in den Gängen drängten. Zeitweise war es sehr voll, was für die Betreiber sicherlich sehr erfreulich war.

 

Es gab dort auch viele bekannte Hilfsorganisationen die Spenden sammelten, wie "Rettet den Regenwald", "Ärzte ohne Grenzen", "Brot für die Welt" usw.. Allesamt sehr wichtig, aber ich suchte nach neuen innovativen Ideen, die man als Anregung mit nachhause nehmen konnte, oder die man in Zukunft unterstützen könnte.


Ich bin zweimal fündig geworden, und habe dann interessante vertiefende Gespräche geführt.

 

Zum einen gab es dort eine Alternative zum Plastik, um Lebensmittel zu verpacken - Regional - biologisch -  Nachhaltig. Der Jaus'nwrap ist die nachhaltige und wiederverwendbare Alternative zu Alufolie, Frischhaltefolie und Plastikbehälter. Der Jaus'nwrap ist ein wachs- und harzgetränktes Bienenwachstuch [http://www.jausnwrap.at/]. Das sind biegsame Tücher, die man anstatt Cellophan oder Alufolie für Lebensmittel verwenden kann. Diese Tücher schmiegen sich eng an die Lebensmittel an und sind abwaschbar, also dauerhaft verwendbar. Sie werden von einem Ehepaar hergestellt, welches eine Rezeptur gefunden hat, um die Tücher dauerhaft für die Frischhaltung von Lebensmitteln zu verwenden – eine gute Sache und unbedingt förderungswürdig .

 

Zum zweiten hatte ich eine sehr schöne Begegnung am Food-Sharing-Stand mit intensiven Gesprächen, weil ich auch schon einmal darüber nachgedacht hatte, ein Food-Sharing Regal der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Hier traf ich also die Aktivisten um Raphael Fellmer direkt vor Ort und konnte Fragen stellen, zu den teilweise von den Behörden aus dem Verkehr gezogenen Food-Sharing-Regalen.
Die Aktivisten von Food-Sharing (Initiator ist Raphael Fellmer) haben sich entschieden, alles von zuhause aus privat zur Verfügung zu stellen. Also kein Regal offiziell oder in die Öffentlichkeit mehr zu stellen, da es dort noch rechtlich ungeklärte Probleme gibt. Denn dann wird man als Lebensmittellieferant eingestuft und unterliegt damit dem Lebensmittelrecht. Dadurch entstanden Auflagen wie Kühlung, Haltbarkeitsdatum beachten, Lebensmittel-Proben nehmen vor der Verteilung etc., all das machen die Tafeln ja.

Aber es gab für mich einen interessanten Hinweis dem ich nachgehen werde, denn ich bleibe beim Non-Food-Regal - von zuhause aus werde ich keine Lebensmittel verteilen, dazu fehlt mir die Zeit. Die Food-Sharing Aktivisten verteilten auch Stifte, Papier, allerlei KrimsKrams und neu verpackte Artikel quer Beet. Diese waren ebenfalls aus Supermärkten und wären im Müll gelandet, weil sie über die Inventur abgeschrieben waren und schließlich entsorgt worden wären. Da muss ich doch mal nachfragen, ob es so was bei unseren Supermärkten hier in der Gegend auch gibt und ob eventuell ein Einsehen da ist, diese Artikel in die Tauschbörse zu geben :)

 

Übrigens habe ich die Palmblatt-Teller von LEEF [ http://www.leef.is/ ] auf der Heldenwerk-Messe verteilt, ein Hersteller, der aus Palmblättern mehrfach nutzbares Geschirr herstellt. Den habe ich letztes Jahr auf der Fair- Friends Messe in Dortmund gefunden, wo ich mit dem Lebensquell mit einem Stand vertreten war. Man kann damit Plastik vermeiden, es wird gerade erprobt noch mehr daraus herzustellen, es gibt zum Beispiel schon Flip-Flops aus dem Palmblattmaterial.

Ein paar Mal sprach ich die Aussteller an, weil sie Bio-Produkte mit lückenlosem Nachweis am Ende in Plastik verpackt präsentierten :( Wieder hörte ich die Entschuldigung (Korrespondenz mit FairTrade), dass dies nicht ihre Schuld sei, da sie die Waren nicht vertreiben würden. Mein Argument war, dass mir der Grund dafür als Verbraucher eigentlich egal sei, aber die ganze Mühe der Zertifizierung erscheint umsonst, weil ich die Produkte nicht kaufen würde, wenn sie in Plastik verpackt sind. Einige waren sich dieser Diskrepanz bewusst und arbeiteten daran eine andere Verpackung zu finden, andere hatten scheinbar noch nicht darüber nachgedacht. Aber wie seltsam mutet es beispielsweise an, wenn man für Pressholz, zum Verbrennen im Kamin, zertifiziert und lückenlos dessen Herkunft nachweist, um es am Ende in Plastik verpackt anzubieten? Jemand der dann seinen Kamin täglich damit beheizt, wird am Ende der Heiz-Saison einen Riesenberg Plastik wegwerfen müssen .... darüber sollte man sich doch als Anbieter im Bio und Fairhandels-Bereich Gedanken machen?

 

Anbei ein paar Bild- Impressionen von der Heldenmarkt- Messe. Am Food-Sharing Stand konnte man mittels eines Fahrrads Smoothies mixen, man musste dazu nur feste in die Pedalen treten! Der junge Mann strengte sich redlich an, damit wir mit frischen "geretteten" Obst-Smoothies versorgt werden konnten. Eine Super-Idee, so finde ich.

In knapp zwei Stunden war ich zweimal in der kleinen Halle herumgegangen, hatte alles intensiv angeschaut, und konnte mich wieder auf den Heimweg machen. Eine gelungene Messe mit vielseitigen Anregungen zu nachhaltigem Leben.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniela Strozynski (Sonntag, 12 März 2017 13:12)

    Hallo nach Duderstadt,

    super Bilder!

    Gruß aus HH
    Daniela