Messe Heldenmarkt - Zertifizierung und hoher Anspruch

Zertifizierung und hoher Anspruch

und weiter unten

Bericht über einen Besuch beim Heldenmarkt

Ursprünglich war geplant, einen Stand auf dieser Messe auszustatten, und mit den Waren der Kunsthandwerker aus dem Lebensquell-Laden, sowie allen anderen Angeboten aus dem Veranstaltungsportal, dort vertreten zu sein. Ein Info-Stand, um das komplette Projekt "Lebensquell- Duderstadt" vorzustellen, um Impulse zu setzen und weiter zu vernetzen.


Somit ging Ende des Jahres 2016 rechtzeitig eine Anmeldung an das Team der Messe Heldenmarkt, um einen guten Standort zu gewährleisten. Es folgte eine Aufforderung die Beschaffenheit und Qualität der angebotenen Waren mit einer Zertifizierung nachzuweisen, aus der eindeutig hervorgehen sollte, dass alles von Anfang bis Ende OHNE umweltschädigende Mittel und in Bioqualität hergestellt wurde.

 

Also befragte ich diverse Kunsthandwerker die bei mir im Lebensquell ihre Sachen anbieten, und bat sie, deren Herstellungskriterien und explizit die Kette, aus denen ihre Produkte hervorgehen, genauestens aufzuzeigen. Bisher hatte ich mich auf ihre Aussagen verlassen, weil ich weiß, dass sie eben hinter ihren Produkten stehen und entsprechend achtsam vorgehen. Bei den meisten gab es auch nichts anzumerken und ich hätte die Waren auf dem Heldenmarkt ausstellen können. Aber bei einer wichtigen Herstellerin, die Schafwolle verarbeitet, fehlte ein Nachweis über die Waschsubstanzen bei der Vorwäsche der Schafwolle durch eine Wäscherei. Es wurde zwar Waschsoda von der Großwäscherei als umweltfreundliches Mittel genutzt, aber eben auch anteilig Tenside um die Wolle zu entfetten und diese Substanz wurde beim Heldenmarkt nicht zugelassen. Etwas enttäuscht musste ich schließlich mein Vorhaben aufgeben, den Lebensquell mit seiner ganzen Bandbreite auf dieser Messe zu präsentieren. Der Nachweis der lückenlosen Bioqualität konnte nicht in vollem Umfang erbracht werden. Die Kunsthandwerker im Lebensquell bemühen sich sehr, damit keine Belastungen für Mitwelt und Erde bei der Herstellung der Waren entstehen, aber die Standards dieser Messe waren so hoch, dass ich schließlich einlenken musste. Zur Zeit ist es ja leider noch so, dass es schwierig ist, sich auf die Vorlieferanten einfach zu verlassen, oder gar einer Marke zu vertrauen. Es ist für den Verbraucher schwer zu unterscheiden, denn der Markt ist derart unterwandert mit Waren aus Billiglohnländern aus leidvoller Herstellung, dass man sich dieser Artikel kaum erwehren kann, aufgrund einer undurchschaubaren Handelskette. Auf jeden Fall besuche ich den Heldenmarkt in Hamburg, um Kontakte zu knüpfen und mich dort umzusehen, freundlicherweise bekam ich sogar eine Freikarte für den Besuch :) 


Die Messe Heldenmarkt bietet damit, jenseits jedweder Beeinflussbarkeit, einen hohen Standard mit Zertifizierungen für sämtliche Angebote die man dort finden kann. Das Orga-Team lässt sich hierbei weder von finanziellen Erwägungen leiten, noch lässt es sich auf falsche Kompromisse ein, die den Anspruch dieser Veranstaltung langfristig unterhöhlen würden.


Mein Eindruck war, aufgrund unseres freundlichen und wertschätzenden Austauschs, dass diese Messe etwas ganz Besonderes ist und zukünftige Standards mitbestimmen wird. Solch eine Vorgehensweise ist auch deshalb so lobenswert, weil viele Organisationen heutzutage einknicken, ihre Vorgaben lockern und es vorziehen wirtschaftliche Faktoren in den Vordergrund zu stellen.


Eine Öko- Messe die überall in der Bundesrepublik ihre Auftritte hat und, meiner Meinung nach, das Prädikat „Besonders wertvoll“  verdient hat.

 

 

Bericht über einen Besuch beim Heldenmarkt in Hamburg

In diesem futuristisch anmutenden Gebäude, dem Cruise-Center in Hamburg, fand die Heldenmarkt-Messe vom 4.-5. März 2017 statt. Das Gebäude ist recht imposant, allerdings empfand ich die Ausstellungshalle als recht klein, ich hatte mit mehr Ständen gerechnet, es gab lediglich eine (übersichtliche, ca. 300m² große) gefüllte Halle. Deshalb hatte man manchmal den Eindruck von Enge, weil sich viele Besucher in den Gängen drängten. Zeitweise war es sehr voll, was für die Betreiber sicherlich sehr erfreulich war.

 

Es gab dort auch viele bekannte Hilfsorganisationen die Spenden sammelten, wie "Rettet den Regenwald", "Ärzte ohne Grenzen", "Brot für die Welt" usw.. Allesamt sehr wichtig, aber ich suchte nach neuen innovativen Ideen, die man als Anregung mit nachhause nehmen konnte, oder die man in Zukunft unterstützen könnte.


Ich bin zweimal fündig geworden, und habe dann interessante vertiefende Gespräche geführt.

 

Zum einen gab es dort eine Alternative zum Plastik, um Lebensmittel zu verpacken - Regional - biologisch -  Nachhaltig. Der Jaus'nwrap ist die nachhaltige und wiederverwendbare Alternative zu Alufolie, Frischhaltefolie und Plastikbehälter. Der Jaus'nwrap ist ein wachs- und harzgetränktes Bienenwachstuch [http://www.jausnwrap.at/]. Das sind biegsame Tücher, die man anstatt Cellophan oder Alufolie für Lebensmittel verwenden kann. Diese Tücher schmiegen sich eng an die Lebensmittel an und sind abwaschbar, also dauerhaft verwendbar. Sie werden von einem Ehepaar hergestellt, welches eine Rezeptur gefunden hat, um die Tücher dauerhaft für die Frischhaltung von Lebensmitteln zu verwenden – eine gute Sache und unbedingt förderungswürdig .

 

Zum zweiten hatte ich eine sehr schöne Begegnung am Food-Sharing-Stand mit intensiven Gesprächen, weil ich auch schon einmal darüber nachgedacht hatte, ein Food-Sharing Regal der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Hier traf ich also die Aktivisten um Raphael Fellmer direkt vor Ort und konnte Fragen stellen, zu den teilweise von den Behörden aus dem Verkehr gezogenen Food-Sharing-Regalen.
Die Aktivisten von Food-Sharing (Initiator ist Raphael Fellmer) haben sich entschieden, alles von zuhause aus privat zur Verfügung zu stellen. Also kein Regal offiziell oder in die Öffentlichkeit mehr zu stellen, da es dort noch rechtlich ungeklärte Probleme gibt. Denn dann wird man als Lebensmittellieferant eingestuft und unterliegt damit dem Lebensmittelrecht. Dadurch entstanden Auflagen wie Kühlung, Haltbarkeitsdatum beachten, Lebensmittel-Proben nehmen vor der Verteilung etc., all das machen die Tafeln ja.

Aber es gab für mich einen interessanten Hinweis dem ich nachgehen werden, denn ich bleibe beim Non-Food-Regal - von zuhause aus werde ich keine Lebensmittel verteilen, dazu fehlt mir die Zeit. Die Food-Sharing Aktivisten verteilten auch Stifte, Papier, allerlei KrimsKrams und neu verpackte Artikel quer Beet. Diese waren ebenfalls aus Supermärkten und wären im Müll gelandet, weil sie über die Inventur abgeschrieben waren und schließlich entsorgt worden wären. Da muss ich doch mal nachfragen, ob es so was bei unseren Supermärkten hier in der Gegend auch gibt und ob eventuell ein Einsehen da ist, diese Artikel in die Tauschbörse zu geben :)

 

Übrigens habe ich die Palmblatt-Teller von LEEF [ http://www.leef.is/ ] auf der Heldenwerk-Messe verteilt, ein Hersteller, der aus Palmblättern mehrfach nutzbares Geschirr herstellt, den habe ich letztes Jahr auf der Fair- Friends Messe gefunden. Man kann damit Plastik vermeiden, es wird gerade erprobt noch mehr daraus herzustellen, es gibt zum Beispiel schon Flip-Flops aus dem Palmblattmaterial.

Ein paar Mal sprach ich die Aussteller an, weil sie Bio-Produkte mit lückenlosem Nachweis am Ende in Plastik verpackt präsentierten :( Wieder hörte ich die Entschuldigung (Korrespondenz mit FairTrade), dass dies nicht ihre Schuld sei, da sie die Waren nicht vertreiben würden. Mein Argument war, dass mir der Grund dafür als Verbraucher eigentlich egal sei, aber die ganze Mühe der Zertifizierung erscheint umsonst, weil ich die Produkte nicht kaufen würde, wenn sie in Plastik verpackt sind. Einige waren sich dieser Diskrepanz bewusst und arbeiteten daran eine andere Verpackung zu finden, andere hatten scheinbar noch nicht darüber nachgedacht. 

 

Anbei ein paar Bild- Impressionen von der Messe. Am Food-Sharing Stand konnte man mittels eines Fahrrads Smoothies mixen, man musste dazu nur feste in die Pedalen treten! Der junge Mann strengte sich redlich an, damit wir mit frischen "geretteten" Obst-Smoothies versorgt werden konnten. Eine Super-Idee, so finde ich.

In knapp zwei Stunden war ich zweimal in der kleinen Halle herumgegangen, hatte alles intensiv angeschaut, und konnte mich wieder auf den Heimweg machen. Eine gelungene Messe mit vielseitigen Anregungen zu nachhaltigem Leben.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Jessica (Samstag, 25 Februar 2017 12:25)

    Toll!
    Wusste gar nicht, dass sowas geht. Ein Grund mehr, das zu verbreiten. Auf einer Welt, wo Geld die Welt regiert, ist das eine enorme Leistung von denen.

  • #2

    Heidemarie Meidlein (Sonntag, 05 März 2017 21:10)

    Habe die Präsentation des Lebensquell , mit seinen außerordentlich vielschichtigen Waren der Kunsthandwerker, sowie des gesamt Konzeptes, vsehr vermisst.
    Der Lebensquell hätte eine wunderbare Ergänzung und damit auch eine gute "Abrundung", der auf der Messe ausgestellten Angebote, sein können.