Ohne Plastik besser leben

Wie man Plastik vermeiden kann

Es gibt eine neue Rubrik auf der Lebensquell-Homepage, die sich mit alternativen Putzmitteln, Kosmetika und allerlei Selbstmach-Ideen beschäftigt, um die Umwelt zu entlasten. Auch Uromas Haushaltstipps dürfen da nicht fehlen, diese sind manchmal recht lustig zu lesen. Auszuprobieren, ob die Tipps auch heute noch funktionieren, dazu sind Alle herzlich eingeladen auf diesen Seiten.

Ganz und gar ohne Plastik zu leben ist schwierig, man scheitert spätestens beim Einsetzen neuer Druckerpatronen, denn zumeist sind technische Geräte mit vielen Plastikteilen versehen, oder gar ganz aus Plastik. Jeder wird andere Proritäten setzen, wenn er versucht weniger Plastik ins Leben zu lassen. Der Film Planet- Plastik hat einen Anstoß gegeben, aber auch die Erkenntnis, dass die Welt unbedingt Unterstützung von Vielen braucht, um zu regenerieren.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Plastikkonsum einzuschränken! Da dies von Mal zu Mal mehr Freude bereitet, und regelrecht zum Sport werden kann, gibt es hier ein paar Tipps, die den Einkauf im Supermarkt oder Bio-Laden um die Ecke erleichtern.

 

Man muss Supermärkte nicht boykottieren, weil dies möglicherweise einen elitären Beigeschmack bekommen kann, denn nicht jeder kann sich den alleinigen Einkauf im Bioladen leisten -  und - weil man bei Recherche feststellen muss, dass selbst im Bioladen ein großer Teil der Artikel in Plastik verpackt angeboten wird. Selbst Bio-und Fair-Trade Produkte werden zum Teil an Firmeninhaber verkauft, die das Produkt dann in Plastik verpackt im Laden anbieten (siehe Korrespondenz unter diesem Artikel). Die beste Variante ist wohl der Kauf beim Hofladen um die Ecke, dort kann man nachfragen, ob das Gemüse behandelt wurde oder nicht, der Kauf von hochwertigen (oder Marken) Bio-Produkten ist auch im Supermarkt möglich. Die Hersteller von Bioprodukten empfehlen, immer wieder auf Defizite beim Einkauf aufmerksam zu machen, damit man als Verbraucher aktiv Einfluss nimmt auf die Entwicklung. In vielen Gegenden gibt es mittlerweile "Unverpackt-Läden", diese bieten alle ihre Waren in Großverpackungen zum Abfüllen an.

Als Vegetarier fällt es nicht schwer, konsequent auf Plastikbehältnisse zu verzichten, denn es gibt viele gute Brotaufstriche und Alternativen im Glas. Anstatt fleischfreie Wurstsorten in Hartplastik verpackt zu kaufen, kann man alternativ das reichhaltige Angebot von vegetarischen Streichbrotaufstrichen in GLÄSERN nutzen. Da gibt es leckere senfhaltige Sorten, veganen Schmalz und allerlei andere Geschmacksrichtungen, experimentieren empfiehlt sich. Käse bekommt man auch unverpackt oder man bringt selbst Fettpapier (oder ein Behältnis) mit, falls sie das an der Käsetheke nicht haben. Übrigens gibt es einen Unterschied zwischen Cellophan, in das manche Lebensmittel eingepackt sind und dünner PVC Folie. Cellophan stammt aus pflanzlichen Mitteln, sogenanntes Zellglas, ein Zellulosehydrat auch unter OPP im Internet zu finden. Schon unsere Oma hat darin ihre selbstgemachten Kekse zu Weihnachten verschenkt (Knisterfolie). Zellglas ist vollständig kompostierbar. Einfrieren kann man sehr gut in Schraubgläsern, dazu etwas Platz (2 cm) lassen, damit sich der Inhalt beim Frosten ausdehnen kann.

 

Als erstes kann man auf die vielen Putzmittel und Milchsnacks verzichten wenn sie in Hartplastik verpackt sind, also Yoghurts, Käse, Puddings, To-Go-Getränke und nicht zu vergessen- Wasser in PET Flaschen oder andere gezuckerte Soft-Getränke. Putz- und Waschmittel werden ganz schnell selbst hergestellt. Man kann viel Geld sparen, wenn man einmal im Laden in das Regal schaut, wo (Bio) Getränkesirup und Früchte-Extrakte in Glasflaschen stehen. Diverse Sorten ausprobieren (oder selber machen), denn es kann dauern bis man das richtige Extrakt-Getränk für sich gefunden hat. Es gibt herrliche Geschmacksrichtungen die den herkömmlichen Softgetränken in nichts nachstehen, zudem kann man den Zuckergehalt steuern durch die Verdünnung. So eine Glasflasche mit Extrakt reicht ewig lange. Puddings, Yoghurt und Fruchtmus kann man einfach selber herstellen- die Mengen die man erhält, kann man lange lagern in Schraubverschlussgläsern.  Seife wird nicht mehr in Plastikbehältnissen, sondern nur noch in Papier verpackt gekauft, das ist kein Problem, denn Seifen gibt es noch überall ohne Plastikumhüllung zu kaufen. Übrigens: Früher wurden Seifen in Schafwolle eingepackt (oder eingefilzt), denn dann sind sie 4 x ergiebiger und hinterlassen weniger Seifenspuren in der Ablage.

 

Eine große Entlastung, für den Geldbeutel und für die Umwelt bringt der Ersatz von herkömmlichen Putz- und Waschmitteln durch fünf handelsübliche Mittel, die es überall zu kaufen gibt: Wasch-Soda, Natron, Kernseife, Citronensäure und Essig. Daraus lassen sich praktisch alle Reinigungsmittel zaubern die man für ein chemiefreies und sauberes Zuhause braucht. Die Rezepte dazu finden sich hier und werden demnächst noch ergänzt.

 

Es ist hilfreich mit den Herstellern und Supermarkt- Chefs zu kommunizieren, wenn sie zwar Bio anbieten, aber alles in viel Plastik verpacken. Das kann sehr interessant sein, denn zum einen bewirkt es ganz sicher etwas, wenn die Hersteller wissen, dass die Verbraucher die Waren ganz einfach nicht mehr kaufen wenn sie in Plastik gehüllt sind, und zusätzlich informiert man sich ganz nebenbei über die Schwierigkeiten, die aufgrund des Lebensmittelgesetzes für die Hersteller bestehen. Es gibt Alternativen zur Plastikverpapckung, wenn man zielgerichtet sucht. So geschehen bei einem Kakao, den  es schon seit ca. 40 Jahren gibt und den ich vor kurzem durch einen Bio und Fair-Trade zertifizierten Kakao ersetzen wollte. Beide waren äußerlich in einen Karton verpackt, der Kakao aus der Kindheit war innen in festes Papier eingehüllt. Enttäuscht musste ich feststellen, dass der teure „Bio-Kakao“ mit dem Fair-Trade Label und aus zertifiziertem Anbau stammende Kakao, innen in Plastik verpackt war. Nachhaltigkeit erscheint manchmal wichtiger als Bio, denn die Bio-Sachen werden durch die Zertifizierung sehr teuer, was schon diverse Kleinsthersteller bestätigt haben, die sich diesen Zertifizierungsprozess einfach nicht leisten konnten, nichtsdestotrotz aber chemiefreie Waren aus nächster Nähe verkaufen.

  

Wenn jeder zum Einkaufen seine Stoffbeutel oder Körbe mitbringt, anstatt jedes Mal Plastiktüten zu kaufen, wäre dies schon eine große Hilfe im Kampf gegen den Plastikwahn. Es macht Freude, sich für die Erhaltung der Welt und gegen Ignoranz und Gleichgültigkeit zu entscheiden, damit kann man die Schönheit der Erde erhalten und sie bei der Regeneration nach besten Kräften unterstützen.

 

 

Korrespondenz mit einem Fair Trade und Biohersteller

Guten Tag,

 und vielen Dank für Ihre freundliche Antwort.

 Die Chefs meiner Anbieter-Läden werden immer wieder von mir auf die Defizite freundlich angesprochen, damit die Entwicklung - hin zu weniger Plastik - weiterhin gelingen kann. 

 

Es ist nur so enttäuschend, wenn die Entscheidung weniger Plastik zu nutzen, ausgerechnet mit einem Fair-Trade und Bio-Produkt ausgehebelt wird und zwar ohne das man darauf einen Einfluss hat, weil man die innere Verpackung einfach nicht sieht. So geschehen bei einem Kakao in einer Kartonage, innen aber in Plastik verpackt. 

Auch in meinem BLOG auf  www.lebensquell-duderstadt.de weise ich auf derartige Defizite hin und hoffe, dass die Hersteller (oder Vertreiber) einfach irgendwann wacher mit diesem Thema umgehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

U. Freckmann

 

       www.lebensquell-duderstadt.de

 

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Von: Info [mailto:info@fairtrade-deutschland.de]
Gesendet: Donnerstag, 8. Dezember 2016 11:14
An: uta.freckmann@online.de
Cc: Anja Kunz; Edith Gmeiner; Inga Hirt
Betreff: AW: Bio und Fair Trade aber Plastikverpackung?

 

Sehr geehrte Frau Freckmann,

 

vielen Dank für Ihre erneute Anfrage, die wir absolut nachvollziehen können. Nach Rücksprache mit den entsprechenden Produkt-Managern möchte ich Ihnen noch folgendes mitteilen:

 

Wir arbeiten gezielt mit den Lieferanten an anderen Lösungen. Grundsätzlich handeln wir aber nicht selbst mit Produkten, es sind nicht unsere Produkte und haben somit nur bedingt Einfluss auf die Verpackung der Lebensmittel. Genau daher ist Ihre Rückmeldung für uns um so wichtiger, da wir auch damit noch mehr Einfluss auf Lieferant sowie Händler nehmen können. Bei Obst z. Bsp. hat der Handel grundsätzlich das Problem, dass er bio und konventionelle Ware an der Kasse unterscheiden können muss. Daher sind Bio-Lebensmittel leider häufig nochmal extra verpackt. Dadurch dass die Verbraucher immer noch viel häufiger konventionelles Obst und Gemüse kaufen, entscheidet der Handel sich somit für weniger Plastik, indem er die kleinere Menge (das bio Obst und Gemüse) verpackt.  

 

Eine positive Entwicklung finden Sie z.B. bei Netto Markendiscount. Dort gibt es auch für die Fairtrade Bananen keine Plastikverpackung mehr, sondern eine kleine grüne Banderole. Genau wie mit diesem Partner, hoffen wir auch mit den anderen Partnern sehr bald eine ähnliche Lösung finden zu können.

Um gemeinsam mehr in dieser Thematik erreichen zu können, wäre es gut, wenn Sie das Thema auch direkt bei Ihrem Handelspartner ansprechen würden.

Denn nur durch solch ein konstruktives Feedback wie von Ihnen, können wir gemeinsam die Branche zu Umdenken bewegen.   

Zum Fairtrade Code möchte ich Sie vorweg gerne darüber informieren, dass Produkte mit dem Fairtrade-Siegel von Produzenten aus dem Fairtrade-System stammen und nach Fairtrade-Standards produziert wurden. Das gilt für alle Produkte mit dem Fairtrade-Siegel und ist nicht abhängig vom Fairtrade-Code  Denn im Allgemeinen gilt es zu beachten, dass der Fairtrade-Code ein freiwilliges Angebot und keine Pflicht für Lizenznehmer von Fairtrade ist. Zusätzlich gibt es die so genannte Flo-ID-Nummer. Diese ist eine interne Identifikationsnummer von Produzenten, Händlern und Lizenznehmern. Entscheidet sich ein Lizenznehmer das Angebot des Informationstools Fairtrade-Code zu nutzen, wird eine individuelle Nummer für ein Produkt vergeben, welche dann auf Verpackungen gedruckt wird. In wenigen Fällen, wie bei bspw. Bananen wird jedoch in manchen Ländern – wie in der Schweiz – die Flo-ID verwendet. Auch die Darstellung der Informationen zu Kooperativen auf der Fairtrade-Code Website ist länderspezifisch und unterscheidet sich teilweise ein wenig.

 

Letztere Nummern haben Sie aufgelistet, daher finden Sie keine Informationen über das Produkt auf unserer Website.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit ein wenig weiterhelfen.

 

Mit besten Grüßen aus Köln

 

 

 

Alexandra Fahl
allg. Anfragen / Studentenanfragen

 
TransFair e.V.  (Fairtrade Deutschland)
Remigiusstraße 21 
|  50937 |  Köln
Telefon +49 221 94 20 40-0 | Fax +49 221 94 20 40-40
www.fairtrade-deutschland.de

 

 

 Von: Uta Freckmann [mailto:uta.freckmann@online.de]
Gesendet: Donnerstag, 1. Dezember 2016 15:22
An: Info
Betreff: WG: Bio und Fair Trade aber Plastikverpackung?

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

nun entdecke ich ein weiteres Produkt mit Fair-Trade und Bio-Siegel von Ihnen, welches unsinnigerweise mit stabilem Plastik (Deckel) verpackt ist. Diese Produkte werde ich in Zukunft NICHT mehr kaufen. Ich verstehe auch nicht, warum Sie sich mit fadenscheinigen E-Mails dafür rechtfertigen  (bei meinem letzten Schreiben an Sie). Wenn ein so hoher Anspruch nach außen gegeben wird, Fair Trade UND Bio zu sein, erwartet man auch ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber der Umwelt und der Gesundheit der Käufer.

Heute geht es um folgendes Produkt, Bio-Trinkschokolade: Fair-Trade Code: 30109804, diese Nummer soll man auf der Homepage aufrufen: 28705002. Das Produkt schmeckt sehr gut und ich würde mich freuen, wenn es schadstofffrei verpackt angeboten werden würde. Es macht Sie meiner Meinung nach unglaubwürdig, wenn Sie noch immer nicht auf Plastik in der Verpackung verzichten. Ein einfaches Schraubglas würde z.B. ausreichen um Kakao zu verpacken (oder Kartonagen).

 Mit freundlichen Grüßen

 U. Freckmann

 

 

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