2 Jahre Lebensquell – Herausforderungen und Erfolge

Rückblick über die letzten 2 Jahre

Nachdem nun über zwei Jahre vergangen sind, seitdem Lebensquell-Duderstadt gegründet wurde, möchte ich gern in einer Rückschau zeigen, wie sich der Aufbau gestaltet hat und welche Herausforderungen es dabei gab.

Da das Phoenix-Netzwerk in seinen Gründungszeiten sich mit neuzeitlichen Ideen, Ökologie, Friedensarbeit und kulturell-kreativen Aktivitäten beschäftigte, wollten wir diese Aspekte aufgreifen und im Lebensquell ebenfalls integrieren.


Meine Aufgabe zu Beginn der Aufbauarbeiten lautete somit Kontakte zu knüpfen zu alternativen Lebensgemeinschaften, ökologisch wertvollen Organisationen und neuzeitlichen Vereinigungen, die dem Weltwohl dienen und die sich Gedanken darüber machen, wie man diese Welt zum Guten wenden kann. Dabei habe ich viele wertvolle Impulse mitgenommen, habe Erfahrungen gesammelt die der Hoffnung Raum geben, dass Vieles in dieser Welt zwar noch am Werden ist, es aber nichtsdestotrotz derart gute Ansätze gibt, dass man guten Mutes sein kann für zukünftige Entwicklungen.

Auch in den ökologischen Organisationen kann man bemerken das gemenschelt wurde, dass man das was man gerade als richtig erkannt hat, auch unbedingt anderen „aufdrücken“ wollte, oder es wurde eingehend argumentiert, wobei es schließlich mehr ums „Rechthaben wollen“ ging, als um die Sache selbst. Trotz dieser menschlichen Schwierigkeiten spürte man aber oft den Geist von Aufbruch und Veränderung, sowie ein großes Engagement für die Welt. Vieles wurde in den Gemeinschaften umgesetzt, es wurde experimentiert, verworfen und verglichen und es wurde ein Konsens gefunden, so dass am Ende fruchtbare Ergebnisse extrahiert werden konnten. Transition Town zum Beispiel kann sehr gute Ergebnisse vorweisen, aber auch neue Lebensgemeinschaften wie Sieben Linden oder Terra Nova (Tamera) machen Hoffnung auf eine friedlichere Welt.

 

Zeitgleich mit den Besuchen bei möglichen Vernetzungspartnern, begann die intensive Suche nach Hilfsorganisationen, die besonders auf Hilfe zur Selbsthilfe Wert legen und dies durch die Herstellung kreativer Produkte in den armen Ländern fördern. Hier wären besonders zu nennen das Jute-Team von St. Johann, die diese Arbeit gänzlich ehrenamtlich umsetzen, sowie Tarango. Sie kümmern sich um die Herstellung von Taschen, Kleinartikeln und Accessoires aus Recycling-Stoffen (alte Reis- und Zementsäcke),  Jute und anderen Naturmaterialien, vorrangig in Bangladesch, aber auch in anderen Ländern. Die Kontakte wurden geknüpft, um auf einer geringen Provisionsbasis Waren im Laden für Nachhaltigkeit anzubieten und mit dem Verkauf, die Herstellerinnen (denn zumeist sind dies Frauen die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten), in den jeweiligen Ländern direkt zu unterstützen. Sehr intensiv werden die freie Waren-Tauschbörse genutzt, die neuen Flohmarktfächer und die zweite Hand-Bücherecke. Die handgefertigten Waren von Kunsthandwerkern finden ebenfalls begeisterte Abnehmer die zumeist zu würdigen wissen, dass diese Artikel mit viel Liebe hergestellt wurden.

 

Das Angebot im Veranstaltungsportal des Lebensquell begann mit allerlei Tauschangeboten, Vorträgen von Autoren, Seminaren zu ganzheitlichen Themen, sowie Begegnungsmöglichkeiten für  Frauen. Schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die Seminare mit Dozenten und Autoren zu zeit-und werbeaufwändig waren und zu wenig angenommen wurden, diese wurden daher zugunsten weiterer Tauschangebote und anderer Aktivitäten eingestellt. Neuerdings gibt es das Angebot eines spirituellen Gesprächskreises, und ein Unterstützer Frauen-Café. Hier treffen sich Frauen um ihre Talente und Fähigkeiten den anderen vorzustellen und diese zu teilen. Ebenso gibt es im Frauen-Café wechselnde Vorträge zu gewünschten Themen von ehrenamtlichen Dozenten.

 

Man braucht auf jeden Fall Geduld, um solch ein Projekt umzusetzen, was bedeutet, dass langwierige Erklärungen dazugehören und den Alltag prägen. Die Reaktionen gehen von Begeisterung über Erstaunen bis hin zu Unverständnis oder Desinteresse, weil eventuell über alternatives Wirtschaften noch niemals nachgedacht wurde. Diejenigen die mitgemacht haben, kommen aber meistens wieder, denn sie haben Gefallen gefunden am Ressourcen schonen und finden Freude daran, Dinge zu tauschen anstatt diese ewig aufzuheben oder gar wegzuwerfen.

 

Mir gefällt diese neue Art des Handels sehr gut, sie führt zu win-win Situationen, weil die Hersteller von Waren in armen Ländern nicht ausgebeutet werden und Kleinhersteller sich ein Zubrot verdienen können. Es bleibt spannend wohin es in Zukunft geht, welche Ideen noch umgesetzt werden wollen und woran wir und die Besucher des Lebensquell ihre Freude haben.

 

 

 

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