Aktuelles aus der Apothekenstraße

Auto-Sabotage in der Apothekenstraße

 

 

 Zum aktuellen Geschehen in der Apothekenstraße wurde ein Leserbrief von mir verfasst. Das GT hat eine Berichterstattung daraus gemacht. Hier der original Leserbrief, zum besseren Verständnis, sowie der Bericht als PDF Datei:

Links: GT Beitrag vom 29.4.2015

 
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Vom Denunzieren von Falschparkern, Straße beschmieren bis hin zum tätlichen Angriff auf Leib und Leben?

 

von Uta-Maria Freckmann, Lebensquell-Duderstadt

 

In den letzten Monaten wurden in der Apothekenstraße bei diversen parkenden Autos 4 x Schrauben in die Autoreifen gedreht. Durch die anschließende Nutzung der Fahrzeuge bohrten sich die Schrauben in den Reifen und man hatte (zumeist am nächsten Tag) einen Platten. Die betroffenen Autos gehörten drei verschiedenen Besitzern.

 

Als mir meine Nachbarin vom gegenüber liegenden Laden „Akzente“ von ihrem nunmehr zweimaligen Schaden berichtete, war ich geschockt und betroffen. Die Fahrzeuge aller anderen geschädigten Halter hatten zuvor ebenfalls in der Apothekenstraße geparkt, die ja bekanntlich als Fußgängerzone ausgewiesen ist und in der Parkverbot herrscht (oder Kurzzeitparken).

 

Was geschieht da gerade?

Nun stellen wir uns die Frage, was da geschehen ist und wer ein Interesse daran haben könnte, dass Autos hier nicht mehr parken. Da die Schäden an den Fahrzeugen mehrfach geschehen sind und bei unterschiedlichen Haltern, kann hier nicht von einem Zufall die Rede sein, zumal es exakt die gleichen Schrauben waren, die in den Reifen steckten!

Welche Motive treiben einen Menschen dazu, sogar so weit zu gehen und das Leben anderer Menschen zu gefährden? Wollte hier jemand eventuell seine Ideen und Meinung zur Fußgängerzone durchsetzen? Sind sich die/der Täter dessen bewusst, dass hier Anschläge auf Leib und Leben verübt werden?

Wir leben zwar in kritischen Zeiten, in denen die Welt beinahe Kopf steht und überall Tumulte herrschen, aber muss man sich davon anstecken lassen und einen Kleinkrieg gegen Falschparker führen?

 

Ungeklärte Fragen müssen auf den Tisch

Die Frage der Fußgängerzonenöffnung „Ja“ oder „Nein“ ist nach der letzten Meinungsumfrage des Treffpunkt Duderstadt noch nicht befriedigend geklärt, was dazu führen könnte, dass sich manche berufen fühlen „IHR Recht“ selbstständig in die Hand zu nehmen. Wie mir Herr Jung vom Tabakwarengeschäft auf der Spiegelbrücke berichtete (das GT berichtete in dieser Angelegenheit), hat sich der Landkreis leider zum Handlanger eines Denunzianten machen lassen, in dem die Anzeigen von einer Privatperson wegen Falschparkens weiter verfolgt (aus finanziellen Erwägungen?) und „Knöllchen“ verteilt wurden, sogar an Paketdienste! Dies empfinde ich als äußerst ungünstig, denn diese Vorgehensweise öffnet Tür und Tor für machtinteressierte Folgetäter. Der Vorgang wird an dieser Stelle erwähnt, weil er dem gleichen Prinzip folgt: Privatpersonen nehmen das Recht in die Hand.

 Wie können wir nun vorgehen, um die Diskussion um die Fußgängerzone zugunsten ALLER Beteiligten, Passanten, Geschäftsinhaber und Freizeitnutzer befriedigend zu lösen? Hier müssen ALLE Innenstadt-Freunde an einen Tisch gebracht werden und es muss ein Konsens gefunden werden, der für alle akzeptabel ist. Es geht um uns ALLE – NICHT um einige wenige! Es geht dabei nicht um die Befriedigung von Einzelinteressen, sondern um eine Lösung mit der wir alle leben können. Diese beinhaltet immer Kompromisse die erarbeitet werden wollen, ähnlich wie in einer guten Partnerschaft. Wer nur SEINE Interessen durchsetzen will, koste es was es wolle, gefährdet durch seine Vorgehensweise das Gemeinwohl und unser aller Frieden.

 Alle die an einem friedlichen, dem Wohle aller dienenden Konsens interessiert sind, sind herzlich eingeladen in den Lebensquell am Freitag den 08. Mai um 19.00 Uhr, wir wollen gemeinsam eine Lösung erarbeiten.

 

Uta-Maria Freckmann

Lebensquell-Duderstadt, Apothekenstraße 2

 

 Meine Einladung zum Konsens wurde nicht angenommen, möglicherweise weil am gleichen Tag eine Entscheidung des Ortsrats zur Fußgängerzone gefällt wurde.

 

GT Bericht vom Freitag den 8. Mai 2015:

 

Orstrat einigt sich auf Satzung

 Neue Regeln für die Duderstädter Innenstadt

Nach 2,5-stündiger Debatte hat sich der Ortsrat Duderstadt auf Regelungen für die Fußgängerzone in der Marktstraße geeinigt. Sie sollen als Satzung über die Sondernutzung mit Fahrzeugen in der Fußgängerzone am 28. Mai im Rat der Stadt beschlossen werden. Das Votum des Ortsrates fiel am Ende nicht wie angestrebt einstimmig aus.

 

Duderstadt. Die Vertreterin der SPD, Doris Glahn, stimmte bei der Schlussabstimmung zur Satzung dagegen. Die Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt begründete ihre Ablehnung damit, dass keine Regelung für Lieferzeiten getroffen worden sei und mit der Befahrbarkeit der Spiegelbrücke.

 

Ziel der Regelungen ist, künftig weniger Verkehr in der „guten Stube“ der Stadt zu erreichen. Anlieger-, Liefer- und Busverkehr soll aber weiterhin möglich bleiben. Vorgesehen ist unter anderem eine erlaubnisfreie Sondernutzung für Fahrzeuge auf der Straße Auf der Spiegelbrücke über die Marktstraße bis zur Ecke Bahnhofstraße als Einbahnstraße. Kurzzeitparkplätze sollen vorübergehend bis andere „adäquate Flächen für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“ in Höhe der Evangelischen Kirche und in der Bahnhofstraße eingerichtet werden. Auf der Spiegelbrücke sollen einige Kurzzeitparkplätze markiert werden.

 

„Gewerblicher Lieferverkehr“ soll wie bislang uneingeschränkt möglich sein. Glahn hatte vergeblich eine Einschränkung gefordert, wenigstens von 19 bis 13 Uhr. Ohne Regelung sei Missbrauch nicht zu kontrollieren. Touristenbusse können weiterhin die Marktstraße befahren, um Gäste abzusetzen. Nach Schätzung des Fremdenführers und Sprechers der Bürgerinitiative „Lebendige Stadt Duderstadt“ geht es um rund 50 Busse im Jahr. Auch „Übernachtungsgäste“ des Hotels zum Löwen sollen weiterhin zum Be- und Entladen die Fußgängerzone befahren dürfen. Handwerkerbetrieb bekommen wie bisher eine Genehmigung nicht nur für die Fußgängerzone, die jährlich neu zu beantragen ist.

 

Vorgeschrieben soll weiterhin Schrittgeschindigkeit – fünf bis sieben Stundenkilometer. Auf der Marktstraße kann weiterhin in beiden Richtungen gefahren werden. Umklappbare oder versenkbare Poller sollen nur am oberen Gropenmarkt zwischen Rathaus und Mariensäule installiert werden. Ein Abbiegen von der Haber- in die Bahnhofstraße wird ermöglicht, die Sackstraße wird Einbahnstraße Richtung Sparkasse. Alle Regeln „werden konsequent durchgesetzt“.

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