Transition-Valleys - Regionales Vernetzungstreffen auf Burg Ludwigstein

Erfahrungsbericht Transition-Valleys

 

Netzwerktreffen

 

28. bis 30.11.2014 - Transition-Valleys - Regionales Vernetzungstreffen auf Burg Ludwigstein in Kooperation mit den Transition- Initiativen aus Göttingen, Kassel und Witzenhausen

© 11.2014 Uta-Maria Freckmann

 

Fruchtbare Gespräche, intensive Gruppenarbeit, vielfache neue Ideen und hilfreiche Anregungen konnte man von diesem Austauschtreffen mitnehmen. Insgesamt ein rundum ertragreiches Netzwerktreffen, welches sicherlich Wiederholungen nach sich ziehen wird.

 

Die Burg Ludwigstein ist symbolisch der Ort für die Lebensreform-Bewegung und die Region rund um den Werra-Meißner-Kreis wird zudem das grüne Herz Deutschlands genannt, so formulierte Annemarie Selzer eine Erklärung für die Faszination die von diesem Ort ausgeht. Alte Burgen mit ihren Zinnen und Türmchen, üben an sich ja schon einen großen Reiz aus, hier kommt noch dazu, dass diese alte Festung seit vielen Jahren als Jugendherberge http://www.burgludwigstein.de/ (Jubi) und Begegnungsstätte für Bünde besteht. Dieser Ort hat seine Geschichte und der naheliegende Wald trägt dazu bei, dass man in ruhiger Umgebung inmitten von alten Bäumen richtig gut arbeiten kann. Burggeist Hugo hat sich zumindest an diesem Wochenende sehr zurückgehalten, kein Kettenrasseln und keine Spukgeräusche waren zu hören, so dass die Nachtruhe höchstens vom Schnarchen einzelner Gäste gestört wurde.

 

Das Veranstaltungsgebäude, das 2013 nach 2 jähriger Bauphase errichtete riesige Strohballenhaus (bis vor Kurzem das größte weltweit, siehe Bilder), steht neben der Burg und strahlte eine heimelige Atmosphäre aus. Die Geschichte zur Bauphase war interessant zu hören, mit über 41.000 freiwilligen ehrenamtlichen Helferstunden wurde das Gebäude erbaut, erläuterte Annemarie Selzer, viele Handwerker, Helfer aus der Umgebung und Zimmerläute auf der Walz, halfen mit das Strohballenhaus zu erstellen. Wer kann schon von sich sagen, dass er derart viele interessierte ehrenamtliche Bauhelfer organisieren kann? Pech und Pannen während der Bauphase, dass Stroh war unter anderem nicht mehr nutzbar, weil es regnete und dadurch zu nass wurde, hielten die engagierten Helfer nicht davon ab, das Gebäude nach nur zwei Jahren fertigzustellen. Jetzt wünscht sich die Organisatorin erfrischenden Input für die äußere Burganlage und für weitere Veranstaltungen im Haus, wer könnte dafür besser geeignet sein als die Transition-Town Bewegung?

 

In dieser angenehmen Atmosphäre, gestärkt von kulinarischen vegetarischen Genüssen zubereitet von 4 Köchen aus Witzenhausen, ließ es sich angenehm „netzwerkeln“, mit konkreten Ergebnissen die uns am Ende sehr erfreuten. Es ging bei diesem Treffen mehr um eine regionale Vernetzung, quasi eine Intensivierung des Treffens im Zentrum Helfensteine vor ein paar Wochen (2 Blogberichte vorher) insgesamt kamen circa 20 Personen vorwiegend aus der Umgebung , um sich auszutauschen und näher kennenzulernen. Auf diesem Netzwerktreffen konnte man sich informieren was Terra Preta ( gesunder Humus) ist; wo man einen Workshop für (funktionierende) Windkrafträder besuchen kann; wie man gewaltfrei kommuniziert und dabei die eigenen Bedürfnisse ermittelt; wie man in Gruppen mittels eines Kartenspiels mit dem Namen „Sonnenschlüssel“ einen Konsens findet; wo es interessante Veranstaltungen gibt, die zu besuchen sich lohnt und man ersann neue Ideen für konkrete Vorhaben in der Zukunft.

 

Im „World Cafe“ tauschte man sich aus, konnte seine Ideen in einer Art Brain-Storming einbringen. Dazu wurden fünf Fragen gemeinsam erläutert und die Ideen der Teilnehmer dazu notiert. Diese Ergebnisse wurden anschließend genutzt, um in der Gruppenarbeit vertiefend bearbeitet zu werden. Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann am Ende doch, denn die Vorstellungsrunde wurde auf den Sonntag in die letzte Stunde gelegt, Initiativen die am Sonntag hinzugekommen waren hatten den Vortritt, so dass am Ende keine Zeit blieb, damit sich alle vollumfänglich vorstellen konnten. Die Visionen der teilnehmenden Initiativen bilden aber das Hauptgerüst solch einer Veranstaltung, deshalb ist es immer wieder spannend zu hören, wer was initiiert und wo gerade neue Ideen in die Tat umgesetzt werden.

 

Abgebrochen oder verkürzt wurde die Vorstellungsrunde deshalb, weil ein geladener Vortragsgast den Vorrang erhalten sollte, er wurde wie ein prominenter Redner vorgestellt und traf mit seiner Kollegin kurz vor seinem Vortrag ein. Seinen Vortrag empfand ich nicht als  interessanter als die vielen kleinen Initiativen die sich vorgestellt hatten, und jetzt KEINE Gelegenheit mehr dazu bekamen, ihre Ideen bekannt zu machen. Daher finde ich es recht schade, dass die Vorstellungsrunde zugunsten eines einzelnen Vortrages einfach verkürzt wurde.

 

Abgesehen davon war die Organisation aber vorbildlich und es hat viel Freude gemacht, in entspannter Atmosphäre beieinander zu sein. In jedem Fall gibt es eine Folgeveranstaltung im nächsten Jahr zur gleichen Zeit.

 

 

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